“Besser kann kein Volk vererben,
als ererbten Väterbrauch,
wo des Landes Bräuche sterben,
stirbt des Landes Blüte auch.”
(Ottokar Kernstock)
Ursprünglich von den Erwachsenen alle vier Jahre aufgeführt, wurde dieser Brauch vor vielen Jahren auch von den Kindern aufgegriffen und wird von ihnen nun regelmäßig veranstaltet,
ganz nach dem Vorbild der Erwachsenen.
Neben den traditionellen Figuren wie Paarlen, Zwergelen, Mohrelen, Hexen, Bajatzl, Bär,
Miasmann oder Schallner treiben sich auch die ureigenen Gestalten wie der Giggeler und
Schwoaftuifel herum, um den Winter zu vertreiben. Der Zug mit 53 maskierten Kindern und
Jugendlichen steht unter der Aufsicht des Fuhrmannes, der für den korrekten Ablauf
verantwortlich ist.
Seinen Namen verdankt der Fisser Fasnachtsbrauch dem Bloch, einem langen Zirbenstamm.
Er repräsentiert einen Pflug, der die Felder für die Aussaat aufbricht und damit
den Frühlingsanfang einläutet. Der Bloch wird von den jungen Bärentreibern
(Symbol der Naturbändiger), den quirligen Mohrelen sowie weiteren Gehilfen durch das
Dorf gezogen. Am Ende des Stammes sorgt der Schwoaftuifl (Schweifteufel) mit verrückten
Einfällen und Tänzen für Belustigung bei den Zuschauern.
Unterstützung erhält er von seinen kleinen Hexen mit ihrem wilden Geschrei und
fuchtelnden Besen. Diese verkörpern den bitteren Winter, der den Menschen in
Serfaus, Fiss und Ladis vor ein paar Jahrzehnten noch gehörig zu schaffen machte.
Am Ende des Fasnachtsumzugs wird der Bloch an den Höchstbietenden versteigert
und die Einnahmen werden für einen karitativen Zweck verwendet.
Anschließend wird der Baum wieder zum Ausgangspunkt, dem Kulturhaus, zurück gebracht.
Beim Betläuten am Abend darf sich keine am Umzug beteiligte Maske mehr sehen lassen.
Der Vollzug dieses alten Brauches ist immer wieder ein großes Ereignis für die Dorfgemeinschaft.
Für Interessierte hier noch die genauen historischen Hintergründe zum “Fisser Blochziehen”.
- Die 53 Buben sind zwischen 6 und 14 Jahre alt!
- Für das leibliche Wohl ist gesorgt – der Krämerwagen wird bereits bei der Blochwache eingesetzt.
- In der Nacht vor dem Blochziehen muß der “Bloch” die ganze Nacht bewacht werden.
- Die Teilnehmer ohne geschnitzte Maske werden professionell geschminkt.
- Für den großen Auftritt muß alles perfekt passen!
- Endlich hat das Warten ein Ende – um 13.00 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung.
- Der Schwoaftuifl versucht das Weiterkommen des Baumes zu verhindern.
- Die Schallner springen durch das Dorf und vertreiben mit ihren Schellen die bösen Geister.
- Bärentreiber – Sie leisten die Hauptarbeit beim Einfangen des Bären.
- Die Jäger bändigen den Bär und den Miasmann.
- Hexen: machen mit ihrem Geschrei und schwingenden Besen Platz für die nachfolgenden Masken.
- Mohrelen: durch das Klingen der kleinen Schellen soll das Frühlingserwachen sanft eingeläutet werden.
- Der Bajatzl ist auf den Dächern zu sehen und macht seine Späße. Er verkörpert das Lustige und Heitere im Leben.
- Die Hexen tanzen zu den Klängen der Musik und sagen Sprüche auf, in denen sie Dorfbegebenheiten an die Öffentlichkeit bringen.
- Wie bei vielen Tiroler Fasnachtsbräuchen versteckten sich auch beim Blochziehen unter den weiblichen Masken die jungen Burschen.
- Unser Maximilian war das 1. Mal aktiv dabei – als Zwergla!
- Der Giggeler ist ein Symbol der Fruchtbarkeit, der ab und zu eine Hexe oder auch eine Dorfschöne belästigt.
- Hexentanz vor dem Musikpavillon
- Der Fuhrmann sorgt für den reibungslosen Ablauf des Blochziehens!
- Die Mohrelen helfen beim Einfangen des Bären durch das Legen einer Seilschlinge.
- Die Terrasse vom Hotel Chesa Monte war der Logenplatz.
- Miasmann und Bär sind Symbole von Fruchtbarkeit – sie vertragen sich nicht!
- Der Bloch wird von Bürgermeister Markus Pale versteigert
- Dr. Alois Schranz hat den Bloch ersteigert – herzlichen Glückwunsch!
- Der Bloch wird wieder zum Ausgangspunkt zurück gebracht.



























































