21.02
2011

Tiroler Brauchtum – Kinderblochziehen in Fiss

Abgeschickt von Carina am 21. Februar 2011 @ 20:02
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„Besser kann kein Volk vererben,
als ererbten Väterbrauch,
wo des Landes Bräuche sterben,
stirbt des Landes Blüte auch.“

(Ottokar Kernstock)

Ursprünglich von den Erwachsenen alle vier Jahre aufgeführt, wurde dieser Brauch vor vielen Jahren auch von den Kindern aufgegriffen und wird von ihnen nun regelmäßig veranstaltet,
ganz nach dem Vorbild der Erwachsenen.

Neben den traditionellen Figuren wie Paarlen, Zwergelen, Mohrelen, Hexen, Bajatzl, Bär,
Miasmann oder Schallner treiben sich auch die ureigenen Gestalten wie der Giggeler und
Schwoaftuifel herum, um den Winter zu vertreiben. Der Zug mit 53 maskierten Kindern und
Jugendlichen steht unter der Aufsicht des Fuhrmannes, der für den korrekten Ablauf
verantwortlich ist.

Seinen Namen verdankt der Fisser Fasnachtsbrauch dem Bloch, einem langen Zirbenstamm.
Er repräsentiert einen Pflug, der die Felder für die Aussaat aufbricht und damit
den Frühlingsanfang einläutet. Der Bloch wird von den jungen Bärentreibern
(Symbol der Naturbändiger), den quirligen Mohrelen sowie weiteren Gehilfen durch das
Dorf gezogen. Am Ende des Stammes sorgt der Schwoaftuifl (Schweifteufel) mit verrückten
Einfällen und Tänzen für Belustigung bei den Zuschauern.
Unterstützung erhält er von seinen kleinen Hexen mit ihrem wilden Geschrei und
fuchtelnden Besen. Diese verkörpern den bitteren Winter, der den Menschen in
Serfaus, Fiss und Ladis vor ein paar Jahrzehnten noch gehörig zu schaffen machte.

Am Ende des Fasnachtsumzugs wird der Bloch an den Höchstbietenden versteigert
und die Einnahmen werden für einen karitativen Zweck verwendet.

Anschließend wird der Baum wieder zum Ausgangspunkt, dem Kulturhaus, zurück gebracht.
Beim Betläuten am Abend darf sich keine am Umzug beteiligte Maske mehr sehen lassen.

Der Vollzug dieses alten Brauches ist immer wieder ein großes Ereignis für die Dorfgemeinschaft.

Für Interessierte hier noch die genauen historischen Hintergründe zum „Fisser Blochziehen“.